Adipositas,  Magenbypass,  Schlauchmagen

Operation der Bariatrische Eingriffe

„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

— Antoine de Saint Exupéry

Wenn ein Arzt jemand operieren, der abnehmen möchten, gibt es oft die Wahl zwischen unterschiedlichen Verfahren zur Verkleinerung oder Umgehung des Magens. Es gibt folgende Optionen zum Operieren. Das Magenband wird nicht mehr so angeboten aber dazu einen anderen Blogpost. Ein kurzer Einblick in die Thematik des Schlauchmagens und Magenbypass.

  • Restriktive Techniken verringern das Fassungsvermögen des Magens. Der Magen ist dementsprechend schneller gefüllt, oft nur 100 ml Fassung.  Dadurch fühlt man sich früher satt und die Mengen an Nahrung ist deutlich kleiner. Zu diesen restriktiven Methoden gehören der Schlauchmagen.
  • Bypass-Techniken umgehen einen Teil des Verdauungstraktes.
 Operation

Schlauchmagen Operation

Bei der Schlauchmagen Operation, auch Sleeve genannt, entfernt der Arzt einen Teil des Magens. Dieser hat die Form eines Schlauches. Im Normalfall nimmt er noch 100 bis 150 ml auf, während ein normaler Magen ungefähr zwei bis drei Liter aufnehmen kann. Der Operierter kann durch den Schlauchmagen nur wenig essen und fühlt sich schneller satt. Da der Teil des Magens entfernt wird, der das Hungerhormon Ghrelin bildet, ist der Operierter schneller satt und hat weniger Hunger.

Allerdings muss der Operierter nach der Operation zusätzliches Vitamin B12 (in Form von Spritzen) und andere Vitamine und Mineralstoffe zu sich nehmen. Durch die Verkleinerung wird im Magen nicht mehr genug Intrinsische Factor und Magensäure zur Aufnahme von Vitamin B12 aus der Nahrung gebildet.
Die Operation führt der Arzt in der Regel minimal-invasiv über eine Schlüsselloch Technik durch. Sie ist aber aufgrund der Magennähte anspruchsvoll: Die Nähte müssen dicht sein, um ein Leck zu vermeiden. Die Operation wird in Vollnarkose durchgeführt.

Operation Magenbypass

Diese Operation begrenzt nicht nur die Nahrungsaufnahme, sondern reduziert auch die Aufnahme von Nährstoffen in den Körper. Daher besteht nach der Operation auch die Gefahr von Nährstoffmangelsyndromen. Der Patient muss lebenslang Vitamine, Mineralstoffe und Eiweiß zu sich nehmen. Bei diesem Eingriff handelt es sich um eine große Operation mit zahlreichen Darmnähten. Die Operation wird in Vollnarkose durchgeführt.

 Operation

Zuerst verkleinert der Chirurg den Magen. Den Magenrest von 15 bis 20 ml vernäht er anschließend mit einer tiefer liegenden Dünndarmschlinge, so dass der Zwölffingerdarm für die Verdauung ausgeschlossen ist. Folglich müssen die Operierten neben Vitamin B12 als Spritze und Vitamine und Mineralstoffe eingenommen werden, damit durch die Überbrückung des Zwölffingerdarms keine Mangelzustände auftreten. Regelmäßige Laborkontrollen sind erforderlich, um eine Mangelernährung frühzeitig zu erkennen.

Duodenal Switch (DS)

Bei der biliopankreatischen Diversion mit duodenal Switch entfernt der Arzt den großen Anteil des Magens und bildet einen Schlauchmagen. Er durchtrennt den Zwölffinderdarm und verbindet ihn mit dem unteren Ende des Dünndarmes. Der obere Anteil des Dünndarmes wird 100 cm vor dem Dickdarm in den unteren Dünndarm eingebunden. Die Vorteile ergeben sich aus der Erhaltung des Magenpförtners, also dem Schließmuskel am Magenausgang. Dadurch wird das sogenannte Dumping verhindert, das bei anderen Formen Probleme bereiten kann: Dabei gelangt zuckerhaltige Nahrung zu schnell in den Dünndarm und damit in unser Blut, wo sie über eine Gegenregulation Unterzucker mit Übelkeit und Schweißausbrüchen auslösen kann.

Risiken der Operation egal welche

Bariatrische Eingriffe sollten nur an dafür Adipositas Zentren durchgeführt werden. Es gibt in jeder Stadt ein Zentrum was man aufsuchen sollte. Überlegen sollte man genau ob man das Risiko eingeht und im Ausland sich Operieren lässt. Damit ist man im Notfall, wenn was ist, hier nicht abgesichert. Also kosten im Krankenhaus usw. werden nicht übernommen.

 Operation

Komplikationen können entstehen bei der Operation und der Narkose vor allem durch das Übergewicht und die Begleiterkrankungen des Patienten. Direkt nach dem Eingriff können wie bei jeder Operation Schmerzen, Blutungen, Wundheilungsstörungen aber auch Infektionen auftreten. In ausführlichen Voruntersuchungen wird das persönliche Risiko eingeschätzt und mit einer Beurteilung vom Arzt im Adipositas Zentrum. Ein chirurgischer Eingriff ist das letzte Mittel der Wahl.

Indikation für eine solche Operation kann ein krankhaftes Übergewicht mit einem BMI ab 40 sein. Auch ein BMI über 35 mit Begleiterkrankungen wie Diabetes, Herzkrankheiten, Bluthochdruck usw. ist medizinische Notwendigkeit. Außerdem muss man vorher die konservativen Methoden zur Gewichtsverringerung ausgeschöpft haben. Dazu zählen ärztlich Diäten und körperliche Aktivität. Zusätzlich sollte der Patient volljährig sein. Er darf wegen der notwendigen Operation und Veränderungen fürs neue Leben nicht emotional instabil sein und darf nicht unter psychischen Erkrankungen wie Psychosen oder Alkohol und Drogensucht leiden.

Der Arzt ausführlich darüber aufklären, dass die Eingriffe der Adipositaschirurgie Einfluss auf das weitere Leben haben und eine lebenslange Nachbetreuung erfordern. Das sich alles im Leben verändert und man immer Kämpfen und Arbeiten muss. Für sich, das Leben und das Essen und Trinkverhalten muss sich ändern.

Nachsorge nach der Operation

Die Ergebnisse des Gewichtsverlustes nach der Operation sind sehr unterschiedlich. Die Erfolge der Behandlung hängen stark von der Motivation des Operierten ab, und davon, wie gut er die Ernährungs- und Lebensumstellung befolgt. Die Gewichtsreduktion kann bei motivierten Operierten bei bis zu 70% des Übergewichts innerhalb der ersten 2 Jahre liegen. Die Techniken lassen sich allerdings bewusst oder unbewusst „überlisten„, wenn Patienten flüssige oder weiche hochkalorische Lebensmittel zu sich nehmen. Auch ist es möglich, einen Schlauchmagen durch zu große Portionen wieder zu dehnen.

 Operation

Zur Nachsorge gehört eine Ernährungs- und psychologische Beratung. Darüber hinaus sollten möglicherweise erforderliche Folgeoperationen nach einer massiven Gewichtsreduktion eingeplant werden, wie eine Entfernung von Hautschürzen.

Zahlt die Krankenkasse?

Adipositaschirurgische Eingriffe können von der Krankenkasse übernommen werden, wenn die Voraussetzung vorhanden ist. Es gibt aber auch die Möglichkeit bei einen hohen BMI und Folgeerkrankungen, dass man ohne Kostenzusage operiert wird. Das geht aber nur in ausgewählten Adipositas Zentren mit Notwendiger Option

Zur aktuellen Voraussetzung für die Kostenzusage durch die Kassen gehört die Teilnahme an einem Therapiekonzept, wie es die meisten zertifizierten Zentren anbieten. An der Behandlung sind Psychologen, Internisten, Adipositaschirurgen, Ernährungsberater und Bewegungstherapeuten beteiligt. Man muss Gutachten und Nachweise über Bewegungs- und Ernährungstherapien liefern.

Zum Verfolgen

7 Kommentare

  • Mo

    Liebe Julia,

    für alle Betroffenen, die sich mit diesem Thema befassen, hast du die wichtigsten Dinge tolle zusammengefasst. Interessant fand ich den Punkt Nachsorge und das Betroffene sich selber trotzallem wieder betrügen können indem die den Schlauchmagen wieder dehnen. Das finde ich schade.

    Liebe Grüße Mo

  • Kerstin

    Alles in allem wohl ein sehr komplizierter Eingriff, bei dem es ja vorher und nachher eine Menge zu beachten gibt. Vielen Dank für diesen informativen Einblick!

    LG, Kerstin

  • Jana

    Da muss ich Mo recht geben, du lieferst hier so viele informative Beiträge! Als Betroffener findet man bei dir alles, was man vor und nach der OP wissen muss! Mach weiter so, viele werden es dir danken!

    Liebe Grüße
    Jana

  • Tanja L.

    Mmmh, ich glaube, das Übergewicht muss schon sehr krass sein, dass man sich entschließt, seinen Magen auf etwa 10% der Ursprungsgröße zu verkleinern. Und die Nebenwirkungen wären mir auch fast zu krass. Andererseits war ich nie so stark übergewichtig, dass ich es nachvollziehen könnte.

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