Adipositas,  Erbrechen,  Magenbypass,  Meine Vitamine und Mineralien,  Nach der OP,  Schlauchmagen

Beschwerden einer bariatrischen Operation

Eine bariatrischen Operation/Schlauchmagen/Magenbypass kann im Hinblick auf eine Gewichtsreduktion und Stoffwechselprobleme viel positives bewirken. Allerdings erfordert ein solcher Eingriff auch eine dauerhafte und gründliche Umstellung des Essverhaltens – und dazu sollten adipöse Menschen bereits vorab alles lernen. Der Weg endet nicht mit der Operation. Das muss man sich bewusst machen.

Es ist ratsam, dass schon vor dem Eingriff über den postoperativen Kostaufbau (Flüssigphase, Breiphase, leichte Vollkost), geeignete Portionsgrößen und gesundes Essen und Trinken Bescheid wissen, aber es auch lernen gut umzusetzen. Dennoch treten nach bariatrischen Operationen häufig gastrointestinale Beschwerden auf.

Beschwerden

Übelkeit und Erbrechen treten bei 30–60 % der Patienten in den ersten postoperativen Monaten auf. Nicht selten kommt es dadurch zur Dehydratation. Ursachen sind Passage Störungen oder ein nicht angepasstes Essverhalten.

Das hilft: Die Flüssigkeitszufuhr auf mindestens 1,5 l pro Tag erhöhen und ein Trinktagebuch führen. Langsam essen, gut kauen, stark riechende Speisen meiden und auf geeignete Portionsgrößen achten. Auch ein Thiamin Mangel kann zu Erbrechen führen. Diesen daher abklären und bei Bedarf das Vitamin supplementieren.

Zu Dysphagie (Schluckbeschwerden, Druck- und Engegefühl nach schnellem Essen) kommt es vor allem nach restriktiven Operationsverfahren (z.B. Schlauchmagen).

Das hilft: Ausreichend kauen (mindestens 15 Mal pro Bissen) und langsam essen. Trockene, krümelige und faserige Lebensmittel meiden (wie Weißbrot, Kekse, Rindfleisch). Bei länger anhaltender Dysphagie kann eine Endoskopie erforderlich sein.

Früh-Dumping

tritt etwa 30–60 Minuten postprandial auf, wenn sich der Magen schnell entleert. Es kommt zum Übergang von intravaskulärer Flüssigkeit ins Darmlumen, was Hypotension, Tachykardie, Flushing, Übelkeit, Schmerzen und Durchfall nach sich ziehen kann.
Das hilft: 30 Minuten vor dem Essen trinken, um für eine ausgeglichene Hydratation zu sorgen. Komplexe Kohlenhydrate bevorzugen, raffinierte Kohlenhydrate reduzieren. Protein und Ballaststoffe in der Nahrung erhöhen. Eventuell viskositätssteigernde Substanzen wie Guar oder Pektin verwenden.

Spät-Dumping wird ein bis drei Stunden postprandial beobachtet und geht mit hypoglyk­ämischen Symptomen einher (Schwitzen, Heißhunger, Tremor, Konzen­trationsschwäche, Somnolenz).
Das hilft: 10 g Zucker in der ersten postprandialen Stunde einnehmen.

Beschwerden

Diarrhö und Flatulenz 

betreffen bis zu 40 % der Patienten nach einer bariatrischen Operation. Es kann zu sehr häufigen Stuhlentleerungen und zu Fettstühlen kommen.
Das hilft: Fett, Ballaststoffe und eventuell Laktose (bei sekundärer Laktoseintoleranz) reduzieren, die Flüssigkeitszufuhr erhöhen und langsam essen. Blähende Lebensmittel wie Kohl, Hülsenfrüchte und kohlensäurehaltige Getränke meiden, aufs Kaugummikauen verzichten (weil dabei viel Luft geschluckt wird). Fenchel, Kümmel und Anis als Tee oder Würzmittel verwenden. Eventuell Probiotika, Loperamid, Gallensäurebinder oder Pankreas­enzyme verabreichen. Abklären, ob eine bakterielle Fehl­besiedelung vorliegt.

Vorsicht, drohende Nährstoffmängel!

Viele adipöse Patienten weisen bereits vor dem bariatrischen Eingriff Nährstoffdefizite auf; dann sollte schon präoperativ eine Supplementierung eingeleitet werden. Spätestens mit der Klinikentlassung muss mit der lebenslangen Prophylaxe/Supplementierung (Multivitamin und Spurenelemente) begonnen werden, um eine Mangelernährung zu vermeiden.

Beschwerden

Obstipation 

kann sich bei zu geringer Flüssigkeitszufuhr oder unter dem Einfluss bestimmter Supplemente wie Eisen oder Kalzium entwickeln.
Das hilft: Flüssigkeitszufuhr erhöhen (ungesüßte Getränke), Ballaststoffe in der Nahrung erhöhen (Vollkornprodukte, Obst, Gemüse). Geschroteter Leinsamen, Weizenkleie oder Flohsamen können bei ausreichender Trinkmenge sinnvoll sein. Auf regelmäßige Bewegung achten.

Lebensmittelintoleranzen

treten bei manchen Patienten in der frühen postoperativen Phase auf. Darüber sollten die Patienten bereits präoperativ informiert werden.
Das hilft: Kleine Portionen essen und gründlich kauen. Das Lebensmittel, das aktuell nicht vertragen wird (z.B. Milch), eine Weile weglassen und nach einiger Zeit überprüfen, ob die Intoleranz noch besteht.

Quelle: Diabetes Herbsttagung 2018 / Jahrestagung der Deutschen Adipositas-Gesellschaft 2018

Beschwerden

Kleine Tipps für den Schlauchmagen

Nach der OP muss die Nahrungsaufnahme dosiert werden: Für den kleinen Magen gibt es etwa sechs Mahlzeiten. Eiweiß sollte der wichtigste Punkt sein in der Ernährung sein – mageres Fleisch, fetter Fisch, Milchprodukte, Eier und Hülsenfrüchte. Das ist wichtig, um dem Muskelabbau entgegenzuwirken, der durch die massiv verringerte Kalorienzufuhr droht. Als Snack für Zwischendurch geeignet sind Eier, fettarme Käsewürfel oder Vollkornbrot mit Putenbrust – alles eiweißhaltig. Reichlich Bewegung ist unabdingbar, um die Muskelmasse zu erhalten. Denn ein Verlust von Skelettmuskelmasse führt leicht zu früherer Gebrechlichkeit.

Es geht nicht ohne Nahrungsergänzungsmittel

Rechnung tragen müssen Operierte auch der veränderten Nährstoff-Situation. Da unser Darm für alle Mikronährstoffe – etwa Vitamin D, Mineralstoffe wie Kalzium und Spurenelemente wie Eisen oder Jod – einen ganz speziellen Aufnahmebereich hat und Teilbereiche des Dünndarms von der Nahrung nicht mehr passiert werden, fehlen dem Körper Spurenelemente und Vitamine. Sie müssen als Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden, also in Tablettenform. Das bewahrt vor bleibenden Nervenschäden, Knochenbrüchen, Blutarmut und anderen Schäden.

Nach einer Adipositas-OP reagiert der Magen-Darm-Trakt häufig anders, meistens empfindlich. Zum Glück helfen oft schon einfache diätetische Maßnahmen. Ein wichtiger Teil der langfristigen Nachsorge ist die Kontrolle des Ess­verhaltens und der Nährstoffzufuhr. Und immer Rücksprache zu dem Adipositas Zentrum.

Eine bariatrische Operation/Schlauchmagen/Magenbypass kann im Hinblick auf eine Gewichtsreduktion und Stoffwechselprobleme viel positives bewirken. Allerdings erfordert ein solcher Eingriff auch eine dauerhafte und gründliche Umstellung des Essverhaltens – und dazu sollten adipöse Menschen bereits vorab alles lernen. Der Weg endet nicht mit der Operation. Das muss man sich bewusst machen.

Es ist ratsam, dass schon vor dem Eingriff über den postoperativen Kostaufbau (Flüssigphase, Breiphase, leichte Vollkost), geeignete Portionsgrößen und gesundes Essen und Trinken Bescheid wissen, aber es auch lernen gut umzusetzen. Dennoch treten nach bariatrischen Operationen häufig gastrointestinale Beschwerden auf.

Beschwerden einer Operation

Übelkeit und Erbrechen treten bei 30–60 % der Patienten in den ersten postoperativen Monaten auf. Nicht selten kommt es dadurch zur Dehydratation. Ursachen sind Passage Störungen oder ein nicht angepasstes Essverhalten.

Das hilft: Die Flüssigkeitszufuhr auf mindestens 1,5 l pro Tag erhöhen und ein Trinktagebuch führen. Langsam essen, gut kauen, stark riechende Speisen meiden und auf geeignete Portionsgrößen achten. Auch ein Thiamin Mangel kann zu Erbrechen führen. Diesen daher abklären und bei Bedarf das Vitamin supplementieren.

Zu Dysphagie (Schluckbeschwerden, Druck- und Engegefühl nach schnellem Essen) kommt es vor allem nach restriktiven Operationsverfahren (z.B. Schlauchmagen).
Das hilft:
 Ausreichend kauen (mindestens 15 Mal pro Bissen) und langsam essen. Trockene, krümelige und faserige Lebensmittel meiden (wie Weißbrot, Kekse, Rindfleisch). Bei länger anhaltender Dysphagie kann eine Endoskopie erforderlich sein.

Früh-Dumping Beschwerden,

tritt etwa 30–60 Minuten postprandial auf, wenn sich der Magen schnell entleert. Es kommt zum Übergang von intravaskulärer Flüssigkeit ins Darmlumen, was Hypotension, Tachykardie, Flushing, Übelkeit, Schmerzen und Durchfall nach sich ziehen kann.

Das hilft: 30 Minuten vor dem Essen trinken, um für eine ausgeglichene Hydratation zu sorgen. Komplexe Kohlenhydrate bevorzugen, raffinierte Kohlenhydrate reduzieren. Protein und Ballaststoffe in der Nahrung erhöhen. Eventuell viskositätssteigernde Substanzen wie Guar oder Pektin verwenden.

Spät-Dumping wird ein bis drei Stunden postprandial beobachtet und geht mit hypoglyk­ämischen Symptomen einher (Schwitzen, Heißhunger, Tremor, Konzen­trationsschwäche, Somnolenz).
Das hilft: 10 g Zucker in der ersten postprandialen Stunde einnehmen.

Diarrhö Beschwerden

betreffen bis zu 40 % der Patienten nach einer bariatrischen Operation. Es kann zu sehr häufigen Stuhlentleerungen und zu Fettstühlen kommen.
Das hilft: Fett, Ballaststoffe und eventuell Laktose (bei sekundärer Laktoseintoleranz) reduzieren, die Flüssigkeitszufuhr erhöhen und langsam essen. Blähende Lebensmittel wie Kohl, Hülsenfrüchte und kohlensäurehaltige Getränke meiden, aufs Kaugummikauen verzichten (weil dabei viel Luft geschluckt wird). Fenchel, Kümmel und Anis als Tee oder Würzmittel verwenden. Eventuell Probiotika, Loperamid, Gallensäurebinder oder Pankreas­enzyme verabreichen. Abklären, ob eine bakterielle Fehl­besiedelung vorliegt.

Vorsicht Nährstoffmängel!

Viele adipöse Patienten weisen bereits vor dem bariatrischen Eingriff Nährstoffdefizite auf; dann sollte schon präoperativ eine Supplementierung eingeleitet werden. Spätestens mit der Klinikentlassung muss mit der lebenslangen Prophylaxe/Supplementierung (Multivitamin und Spurenelemente) begonnen werden, um eine Mangelernährung zu vermeiden.

Obstipation Beschwerden

kann sich bei zu geringer Flüssigkeitszufuhr oder unter dem Einfluss bestimmter Supplemente wie Eisen oder Kalzium entwickeln.
Das hilft: Flüssigkeitszufuhr erhöhen (ungesüßte Getränke), Ballaststoffe in der Nahrung erhöhen (Vollkornprodukte, Obst, Gemüse). Geschroteter Leinsamen, Weizenkleie oder Flohsamen können bei ausreichender Trinkmenge sinnvoll sein. Auf regelmäßige Bewegung achten.

Lebensmittelintoleranzen

treten bei manchen Patienten in der frühen postoperativen Phase auf. Darüber sollten die Patienten bereits präoperativ informiert werden.
Das hilft: Kleine Portionen essen und gründlich kauen. Das Lebensmittel, das aktuell nicht vertragen wird (z.B. Milch), eine Weile weglassen und nach einiger Zeit überprüfen, ob die Intoleranz noch besteht.

Quelle: Diabetes Herbsttagung 2018 / Jahrestagung der Deutschen Adipositas-Gesellschaft 2018

Kleine Tipps für Operierte

Nach der OP muss die Nahrungsaufnahme dosiert werden: Für den kleinen Magen gibt es etwa sechs Mahlzeiten. Eiweiß sollte der wichtigste Punkt sein in der Ernährung sein – mageres Fleisch, fetter Fisch, Milchprodukte, Eier und Hülsenfrüchte. Das ist wichtig, um dem Muskelabbau entgegenzuwirken, der durch die massiv verringerte Kalorienzufuhr droht. Als Snack für Zwischendurch geeignet sind Eier, fettarme Käsewürfel oder Vollkornbrot mit Putenbrust – alles eiweißhaltig. Reichlich Bewegung ist unabdingbar, um die Muskelmasse zu erhalten. Denn ein Verlust von Skelettmuskelmasse führt leicht zu früherer Gebrechlichkeit.

Es geht nicht ohne Nahrungsergänzungsmittel

Rechnung tragen müssen Operierte auch der veränderten Nährstoff-Situation. Da unser Darm für alle Mikronährstoffe – etwa Vitamin D, Mineralstoffe wie Kalzium und Spurenelemente wie Eisen oder Jod – einen ganz speziellen Aufnahmebereich hat und Teilbereiche des Dünndarms von der Nahrung nicht mehr passiert werden, fehlen dem Körper Spurenelemente und Vitamine. Sie müssen als Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden, also in Tablettenform. Das bewahrt vor bleibenden Nervenschäden, Knochenbrüchen, Blutarmut und anderen Schäden.

(Quellenangabe …)
Zum Verfolgen

7 Kommentare

  • Mo

    Liebe Julia,

    ich wusste gar nicht, dass nach so einem Eingriff auch Lebensmittelintoleranzen auftreten können. Hier ist ja schon im Vorfeld eine gute Aufklärung nötig. Wie gut, dass du hier so einen ausführlichen Blog hast. Da können sich Interessierte schon vorab jede Menge wichtiger Informationen und nützlicher Tipps abholen.

    Liebe Grüße
    Mo

  • Jana

    Wieder eine sehr informativer Beitrag! Man macht sich ja gar nicht bewusst, wie viele Veränderungen solch eine Operation mit sich bringt! Positive, wie auch gewöhnungsbedürftige! Zum Glück hast du für alle einen Tipp parat!

    Liebe Grüße
    Jana

  • Sandra

    Genau das alles ist der Grund, dass ich mich gegen die OP entschieden habe. Ich weiß, dass das eben nicht jeder kann und die OP oftmals der letzte Ausweg ist. Aber auf Dauer auf die Nahrungsergänzung angewiesen zu sein, wäre einfach nichts für mich gewesen.
    Danke ,dass du auch das aufzeigst.
    Herzliche Grüße an Dich
    Sandra

  • Steffi

    Huhu,

    erstaunlich das sich dadurch Intoleranzen entwickeln können und irgendwie erschreckend. Was früher ganz normal ging, geht plötzlich nicht mehr. Krass!

    Ein sehr informativer Beitrag!

    LG
    Steffi

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