Magenbypass- kurz vor der Operation und nach der Operation

Magenbypass- kurz vor der Operation und nach der Operation

Der Magenbypass, keine leichte Operation. Es wird hart darauf hingearbeitet und man lernt dann in ein paar Monaten, das man das Leben komplett verändern muss. Nichts wird mehr sein, wie das einmal war. Das Leben 2.0 fängt an. In den ganzen Gesprächen wird man auf alles vorbereitet, bekommt es erklärt doch wie wird die Operation verlaufen?

Wie ist es direkt vor der Operation, wie wird die Narkose und das aufwachen? Hat man Schmerzen und ab wann merkt man was? Wie lange muss man nach der Narkose auf der Intensivstation bleiben und wie lange im Krankenhaus? Wie lange ist man danach Krankgeschrieben und vor allem wie geht es weiter?

Fragen über Fragen, ich werde einige Mal so gut es geht Beantworten und sollten noch fragen da sein. Schreibt mir einfach, ich beantworte die dann gerne.

Was wird, gemacht direkt vor der Operation

Als Erstes wird noch einmal genau das Durchgesprochen, was genau das Ziel ist von der Operation und was gemacht wird. Es wird im Gespräch aber auch besprochen was als Alternative kommt, wenn es nicht anders geht von der Gesundheit her. Bei schweren Fällen wie bei mir kann es sein, wenn es noch nicht geht mit dem Magenbypass, dass es dann erst ein Loop wird.

Kommt aber auf jeden selber an und wie im Ganzen eine Operation möglich ist. Ich bin ja ein Risikopatient und da muss man abwarten was es dann wird. Ich hoffe aber auf den Magenbypass, damit es nicht noch eine Operation wird.

Dann wird vorher ein großes Blutbild gemacht, EKG wird gemacht und nach aktuellen Erkrankungen gefragt wie Erkältung oder anderes. Dann wird ein Gespräch geführt mit dem Narkosearzt. Bei mir dauern diese Gespräche immer über eine Stunde, weil wir alles durchgehen damit alles sicher ist. Hier wird eine Vollnarkose wieder gemacht und damit habe ich in den letzten Jahren ja einige Erfahrungen gemacht. Ich hatte ja auch welche und da haben die Ärzte immer gut aufgepasst.

Je nach Operation wann diese Stattfindet kann man einen Tag vorher ins Krankenhaus kommen und bekommt sein Bett. Oder man muss früh am Morgen dann hereingehen. Ich werde das hier so machen das ich schon am Abend vorher reingehe. Dann kann ich in Ruhe mich da Duschen und fertig machen und muss mich nicht mit Treppen quälen und dem Taxi fahren. Ist für mich nun stressfreier und angenehmer. Am morgen kommt mein Mann dann auch gleich ins Krankenhaus. So gehe ich entspannt in die Operation oder so entspannt das für mich möglich ist.

Wie läuft die Operation dann ab?

Man kommt in die Operation Räume und hat ein kurzes Gespräch mit dem Narkosearzt, er fragt wie es einen geht und erklärt dann jeden weiteren Schritt. Man bekommt Zugänge gelegt, einen Tropf und dann die Narkosemittel. Bei mir geht das schnell und ich bin dann weg. Die OP dauert je nach Patient und Aufwand 90 Minuten bis 2 Stunden, genau kann man das nie sagen.

Die Operation wird mit sogenannten minimal-invasive Operation gemacht. Dabei wird mit der Schlüsseloch-Methode keine großen Bauchschnitte mehr gemacht. Es werden kleine Instrumente und eine Kamera über kleine Hautschnitte in den Bauchraum eingeführt. Das ist weniger risikoreich für die Wundversorgung und sind besonders für adipöse Patienten geeignet die ohnehin für Komplikationen während und nach der Operation bekannt sind.

Der Magen wird unterhalb der Speiseröhre durch Klammernahtgeräte getrennt. Das bedeutet es wird geschnitten und gleichzeitig geklammert beim Abtrennen. Es bleibt am Ende nur noch ein kleiner Restmagen, ein sogenannter Magenpouch der ein Volumen von nicht mal 50 Milliliter beträgt. Der andere Restmagen bleibt zwar im Körper, wird aber am oberen Ende verschlossen und stillgelegt.

Danach erfolgt ein Schnitt durch den Dünndarm im Bereich des sogenannten Jejunums also Leerdarm. Der untere Schnitt wird nach oben gezogen und an den Magenpouch angenäht. Danach wird noch das verbliebene Schnittende des Jejunums mit dem dritten Dünndarmabschnitt vernäht, dass eine Y Form entsteht. Hier erst vermengen sich also die Verdauungssäfte aus dem Zwölffingerdarm mit dem Speisebrei.

Aufwachen tue ich dann im Aufwachraum, wo immer jemand ist und man überwacht wird. Hier wird dann auch aufgepasst wie das mit den Schmerzen ist und versorgt. Wenn es dann so weit ist, kommt man meistens für eine Nacht auf die Intensivstation. Da wird man überwacht wie es einen geht. Oft darf man nach einen paar Stunden auch ein paar Schritte gehen, damit man das Gas aus dem Bauch was man hat, entweichen kann.

Wenn da dann am Tag drauf alles okay ist, wird man wieder auf die normale Station verlegt. Und wird dort dann genau versorgt, vorbereitet und aufgebaut. Damit bekommt man erst nur Trinken und dann eine Flüssignahrung für einige Tage. Danach wird dann langsam in die Breiphase gewechselt und muss sich vor allem auch Bewegen so gut es geht. Man wird dann versorgt das die Wunden von der OP heilen.

Bevor man nun entlassen wird

In der Zeit nach der Operation und bevor man entlassen wird, kommen die Ärzte immer wieder. Man muss lernen zu trinken und später Brei zu sich nehmen und lernt so auch, wie das ist nur 1 oder 2 Esslöffel zu Essen. Immer wieder ist die Ernährungsberatung da, es werden Fragen und Probleme geklärt und man bewegt sich mehr. Sofort merkt man auch das alles sich verändert. Man muss lernen das man immer kleine Schlücke trinke und schauen muss, das man auch die Menge trinken kann, die man braucht.

Jeder lernt sich jetzt neu kennen und seinen Körper. Wichtig ist vor allem das man nun lernen muss, wie man essen soll. Aber vor allem muss man das neue Leben jetzt neu erleben. Entlassen wird man in der Regel nach 4 bis 7 Tagen, das kommt aber auf jeden einzelnen an. Nach 7 Tagen muss man zur Kontrolle und die ersten Wochen muss man eng Vernetzt sein. Sprich immer wieder Blutabnahme, Kontrollen und wenn es Probleme gibt. Schmerzen oder ungute Gefühle, sollte man das mit dem AZ besprechen und nicht warten.

Wie man sieht, die Arbeit fängt vor der Operation an und wird nach der Operation nicht ändern. Man muss lernen und immer dabei sein, aber es wird dann zur Routine und man erkennt was man Essen und trinken kann und was nicht.

Krankgeschrieben wird man für eine längere Zeit, das kann je nach Patient auch mal 3 Monate sein. Es kommt auf die Heilung an.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

CommentLuv badge